Du funktionierst super. Aber was kostet es dich?
Drei praktische Online-Workshops für neurodivergente Erwachsene, die nicht länger nur funktionieren wollen, sondern ihren Alltag bewusster und passender gestalten möchten.
Ohne Kamerapflicht, ohne Zwang zur aktiven Mitarbeit und ohne die Erwartung, dass du dich vor der Gruppe vorstellen oder erklären musst.
Anpassung ist Arbeit
Viele autistische und andere neurodivergente Menschen beobachten ihre Umgebung sehr genau: Was wird erwartet? Wie muss ich wirken? Was darf ich zeigen? Was sollte ich lieber zurückhalten? Wie muss ich sein?
Diese Anpassung schützt dich, verschafft dir Zugehörigkeit und verhindert Konflikte. Sie kostet auch: Energie, den Kontakt zur eigenen Wahrnehmung, und die Fähigkeit, deine Grenzen zu bemerken, bevor dein System überlastet ist.
Erkennst du dich hier wieder?
- Du merkst erst nach einem Termin, wie anstrengend er wirklich war.
- Du weißt immer sehr genau, was andere brauchen, aber nicht, was du selbst brauchst.
- Du hältst Reize lange aus und brichst später erschöpft zusammen.
- Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst.
- Du erklärst und rechtfertigst deine Grenzen und knickst dann ein.
- Du fragst dich, welche Teile deines Verhaltens eigentlich zu dir gehören und welche der Anpassung dienen.
In dieser Workshop-Reihe geht es nicht darum, jede Maske sofort abzulegen. Maskierung ist eine sinnvolle Schutzstrategie und hat dir gute Dienste erwiesen. Es geht darum, ihre Funktion und ihre Kosten zu erkennen, Reizbelastungen früher einzuordnen und Grenzen so zu gestalten, dass sie in deinem Alltag nutzbar werden.
Die drei Workshops
Was kostet mich meine Maske?
Maskierung ist nicht einfach „unecht sein“. Sie schafft Sicherheit, macht soziale Situationen berechenbarer und schützt vor Ablehnung. Auf Dauer kostet sie Kraft, Selbstkontakt und Regenerationszeit.
In diesem Workshop schaust du differenziert darauf, wann deine Anpassung hilfreich ist, wann sie zu teuer wird und woran du ihre Folgen in deinem Alltag erkennst.
- eine persönliche Bestandsaufnahme deiner Anpassungsstrategien,
- einen Blick auf kurzfristigen Nutzen und langfristige Kosten,
- Hinweise auf verdeckte Erschöpfung und verspätete Überlastung.
Meine eigene Reizkarte für den Alltag
Reize sind nicht nur laut oder hell. Auch soziale Anforderungen, Unterbrechungen, Gerüche, Kleidung, Temperatur, Bewegung, innere Anspannung und fehlende Vorhersehbarkeit belasten dein System genauso.
Du erstellst deine persönliche Reizkarte, die nicht nur auf einzelne Auslöser schaut, sondern auch auf Häufung, Tagesform und Warnzeichen.
- einen Überblick über deine wichtigsten Reizbereiche,
- deine frühen, mittleren und späten Überlastungszeichen.
Nein ohne Rechtfertigung? So geht’s
Für viele neurodivergente Menschen fühlt sich ein Nein nicht wie ein einfacher Satz an. Es löst Angst aus. Vor Konflikten, vor Ablehnung, vor Missverständnissen, vor dem Vorwurf, schwierig zu sein.
In diesem Workshop lernst du, Grenzen klarer zu erkennen und anderen mitzuteilen, ohne dich in langen Erklärungen zu verlieren. Dabei geht es um verständliche, alltagstaugliche und nervensystemfreundliche Kommunikation.
- eine klarere Unterscheidung zwischen Wunsch, Grenze und Überlastung,
- kurze Formulierungen für unterschiedliche Alltagssituationen,
- deinen persönlichen Plan für ein Nein, das du tatsächlich nutzen kannst.
Warum diese drei Themen zusammengehören
Maskierung verbraucht Kapazität
Wer permanent beobachtet, korrigiert und anpasst, benötigt dafür Aufmerksamkeit und Energie. Die Belastung wird häufig erst spät sichtbar, wenn du krank wirst, einen Burnout oder Ähnliches bekommst.
Überlastung erschwert Selbstwahrnehmung
Wenn dein System mit Reizen und Anforderungen beschäftigt ist, werden Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen noch schwerer zugänglich als sie eh schon sind.
Grenzen schützen dein System
Ein Nein ist keine Abweisung deiner Mitmenschen. Es ist eine notwendige Information darüber, was für dich gerade tragbar ist.
So laufen die Workshops ab
Jeder Workshop verbindet verständliche fachliche Impulse mit angeleiteten Reflexionen und konkreten Übertragungen in deinen Alltag. Du entscheidest selbst, wie aktiv du teilnehmen möchtest.
- Kamera: Deine Kamera darf die ganze Zeit ausgeschaltet bleiben.
- Teilnahme: Zuhören und passiv teilnehmen ist ausdrücklich okay.
- Sprechen: Du musst dich nicht vorstellen und nichts Persönliches in der Gruppe erzählen.
- Chat: Fragen oder Gedanken kannst du schriftlich einbringen.
- Pausen: Du darfst jederzeit kurz weggehen oder früher aufhören.
- Regulation: Stim-Toys, Kopfhörer, Decken, Bewegung und Essen sind willkommen.
- Kleingruppen: Es gibt keine Breakout-Räume.
- Aufzeichnung: Die Aufzeichnung geht an alle Angemeldeten. Auch an die, die nicht dabei waren.
Wichtig: Es gibt keinen Wettbewerb darum, wer am besten demaskiert, die meisten Reize aushält oder am klarsten Nein sagt. Du arbeitest mit deinem Tempo, deiner aktuellen Kapazität und deiner Lebensrealität. Es ist dein Prozess, der in deiner Zeit vonstatten geht.
Weniger funktionieren. Mehr verstehen, was du brauchst.
Die Workshops geben dir keine weitere Liste, die du perfekt umsetzen musst. Du entwickelst Orientierung, die zu deinem autistischen oder neurodivergenten Betriebssystem passt.
Platz sichernWer dich begleitet
Ich bin Alexis Weavind, Heilpraktiker*in für Psychotherapie und selbst autistisch.
Bei Diversara begleite ich neurodivergente Menschen dabei, ihre eigenen Reaktionen besser zu verstehen, Belastungen früher zu erkennen und ein Leben zu gestalten, das nicht permanent gegen ihr Betriebssystem arbeitet.
In den Workshops verbinde ich fachliches Wissen mit einer alltagstauglichen, neurofreundlichen Perspektive. Es geht nicht darum, dich erneut an eine Methode anzupassen. Die Inhalte sollen dir helfen, eigene passende Entscheidungen zu treffen.
Jetzt anmelden
Fülle das Formular aus und sichere dir deinen Platz für die Workshop-Reihe. Du erhältst eine Bestätigung per E-Mail. Der Zugangslink wird dir spätestens am jeweiligen Workshoptag zugesendet.
Auf einen Blick:
- 19. Oktober 2026, 18:00 Uhr: Was kostet mich meine Maske?
- 26. Oktober 2026, 18:00 Uhr: Meine eigene Reizkarte für den Alltag
- 2. November 2026, 18:00 Uhr: Nein ohne Rechtfertigung? So geht’s
- jeweils 90 Minuten online via Zoom
- Kamera aus und passive Teilnahme sind möglich
